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BRECHT LINDBERGHs OZEANFLUG
ein pädagogischer versuch nach dem lehrstück

Beschreibung

Es handelt sich um eine Lehrstückarbeit in Verbindung mit modernem Körpertheater. Es dient der Belehrung. Die Mechanik bleibt sichtbar und erfahrbar.

Die Inszenierung nimmt den Text des Lehrstückes als Gedichtform ernst. Der Rhythmus der Dichtung trägt die Handlung, wie auch die hinzugenommene moderne Musik von HipHop und EthnoPop bis Techno.

Der Hauptdarsteller ist ein brasilianischer Capoeira-Tänzer. Er interpretiert den Flieger als einen Überlebenden in allen Lebenslagen. Sein Spiel und seine Sprache sind ergreifend, artistisch, erotisch und ernsthaft verspielt.

Die weiteren Rollen sind als Stimmen zu dem lebendigen Spiel wie die Klänge eines Hörspiels kontrastierend eingesetzt. Die Ausstattung und die Besetzung sind minimalistisch, der technische Aufwand gering. Das Spiel lebt vom Umgang mit dem Vorgefundenen.

 

 

Inszenierung Inge Gellert
Mit Sidney Martins

Toncollage Carlo Miksch
Video und Ausstattung Andi Arbeit Hahn
Stimmen Antje Berndt, Golo Jahn, David Monteiro

Hintergrund

Die ursprüngliche Fassung von 1928 - "der Flug der Lindberghs" - war als Hörstück konzipiert und wurde im Rundfunk, von Brecht und Weill selbst eingerichtet, gesendet.

Der Name Lindbergh wurde in der späten Fassung getilgt, weil Brecht den Aviatikern Kollaboration mit den Nazis vorwarf.

Die Message des Konfliktes von Mensch und Maschine und den Möglichkeiten der Macht und Ohnmacht gegenüber den Naturgewalten differiert in den verschiedenen Fassungen zwischen Beschwörung des Unerreichbaren hin zum Noch-Nicht-Erreichten.

Das macht die thematische Spannung der Produktion aus.

Hier gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Opfer und Täter. Der Mensch - der dainos - dieses grandiose, aber auch gefährliche Monster aus Mann und Frau, ist beides, und es gibt keine Sieger mehr in diesem Kampf.

Praxis

Ausser der üblichen Aufführungspraxis bieten sich Veranstaltungen im Umfeld der inhaltlichen Thematik (Lesungen, Gespräche) und ebenso theaterpädagogische Arbeiten zu Brechts Lehrstück-Methode für Schüler, Studenten und andere Interessengruppen an.

Diese Betreuungsangebote können vom Produktionsteam zusätzlich realisiert werden.

Diese Inszenierung kann auf einer normalen Bühne, an theaterfremden Orten (Kirchen, Klubhäusern, Schulen), aber auch an im öffentlichen Raum aufgeführt werden..

Durch die kleine Personage (4 Personen, alles Doppelfunktionen) und minimalen technischen Aufwand ist das Stück leicht exportierbar.